Anbau-Versuche

Färber-Distel
Saflor, Oel-Distel, falscher Safran, Carthamus tinctorius
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Im
Winter 2005/06 wurden wir von einer Kundin mit der Bemerkung konfrontiert, dass
es schade sei, dass wir nicht auch kaltgepresstes
Distel-Öl anbieten würden. In der Schweiz ist der Anbau der
sogenannten Saflor-Kultur bis heute fast gleich null. Dies sollte für uns aber
kein Grund sein, nicht einmal einen Versuch zu starten.
Nach verschiedenen Suchaktionen im Internet, stiessen wir dann auf die
Versuchsanstalt Reckenholz in Zürich. Herr Hebeisen konnte uns erste wichtige
Informationen zum Saatgut geben. Wir wagten den ersten Schritt und bestellten in
unserer Landi in Wohlen dass Saatgut mit dem Namen
"Sabina".
Aussaat: Am 24. April 2006 säten wir unsere
ersten Oel-Disteln auf einer Fläche von 30 aren aus. Die Saatmenge beträgt
30kg/ha, was für unsere Parzelle also etwa 10kg "Sabina"
bedurfte. Im Gegensatz zu Getreide und Raps (11cm), säten wir die
Oel-Disteln mit einem Reihenabstand von 22cm. Der Grund dafür ist, dass wir den
Pflanzen mehr Platz zur Entwicklung lassen wollten.
Chemische Unkraut-Bekämpfung: Da der Anbau von
Saflor in der Schweiz wie bereits erwähnt, fast gleich null ist, gibt es auch
keine wirksamen Herbizide in unserem Land. Sämtliche chemischen
Unkraut-Bekämpfungsmittel, welche wir im Ackerbau anwenden, würden auch die
Familie der Disteln bekämpfen. Die verwandte Ackerkratz-Distel ist nämlich
eines der lästigsten Unkräuter, mit welchem wir uns herum zu schlagen haben. So
haben wir bewusst auf die chemische Unkraut-Bekämpfung verzichtet.
Mechanische Unkraut-Bekämpfung: In der Folge der
fehlenden chemischen Unkraut-Bekämpfung, breiteten sich am Anfang erst Mal die
Ungräser zwischen den keimenden Oel-Disteln aus. Da die Konkurrenz zwischen den
Pflanzen sehr gross war, entschieden wir uns von Hand die Ungräser zu
beseitigen, das hiess konkret .....jäten, jäten,
jäten !
Im späteren Stadium der Kultur, breiteten sich dann auch noch die
Unkräuter wie beispielsweise die Kamillen sehr stark aus. Eine Bekämpfung von
Hand war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, da die Oel-Disteln bereits zu
eng gewachsen waren. Die Folge aus der
Unkraut-Situation sind grosse Ertragseinbussen.
Schädlings-Bekämpfung: Auf unserem Betrieb wird (ausser
bei Kartoffel-Käfern) grundsätzlich keine chemische
Schädlings-Bekämpfung vorgenommen. Was sich aber nun in diesem Jahr bei
unseren Oel-Disteln abgespielt hat, lässt uns doch über einen Einsatz von
einem einfachen Insektizid nachdenken.
Erst staunten wir darüber, dass die Kultur nur ganz, ganz zögerlich oder
überhaupt nicht blühen wollte..... danach entdeckten wir in den Kapseln der
Pflanze kleine Löcher, von welchen aus die Kapseln im
Innern ausgehöhlt wurden. Später kamen wir dann auch dem Grund der
Löcher auf die Spur.... es waren kleine Raupen, welche unsere Saflor-Kultur
befallen hatte. Zur Zeit sind wir immer noch an der Erforschung, um welche Art
von Raupen es sich gehandelt haben muss... vermutlich um die Kapselraupe
(heliothis subflexa).
Jedenfalls haben diese kleinen gefräßigen Viecher unserem Versuch so grossen
Schaden zugefügt, dass die Ernte in diesem Jahr wohl zu etwa 98%
ausfallen wird. Einige wenige Pflanzen sind der "Verfütterung"
entkommen.
Konsequenz, weiteres Vorgehen: In den nächsten
Tagen werden wir die zu 98% befallene Kultur vernichten, da sich eine Ernte
leider nicht lohnen wird. Zur weiteren Beobachtung werden wir aber einige m2
stehen lassen. Damit können weitere Informationen für das nächste Jahr
gesammelt werden.
Somit ist schon gesagt, dass wir im 2007 den Versuch
fortführen werden. In der Zwischenzeit werden wir alles daran
setzen, eine biologische Bekämpfungs-Massnahme gegen die Kapselraupe zu finden.
Unser Saflor-Feld welches nicht blühen wollte (konnte)
Eine von einer Kapselraupe befallene Kapstachelbeere
Eine auf unserem Feld durchlöcherte Saflor-Pflanze
Eine gesunde Saflor-Pflanze auf unserem Feld